Impuls 5. Woche Freitag

Liebe Pilger!

Wir widmen uns der letzten Biographie in dieser Filmserie. Einer Frau die im Johannesevangelium als die “Samariterin” beschrieben wird. Der Evangelist erwähnt nicht ihren Namen (absichtlich?). Der Ort hingegen ein für die Juden und Samariter geschichtlich sehr bedeutender: Der Jakobsbrunnen.  Wir nehmen in diesem Text wahr, dass Jesus gleich einige Gesellschaftliche und Religiöse Normen übertritt: Er spricht mit einer Frau, die noch dazu einer abtrünnigen Religionsgemeinschaft angehörte.

Dass Juden und Samaritaner Todfeinde waren, das können wir in der Filmserie aber auch in vielen Religionsbüchern nachlesen. Niemals hätte ein Samaritaner einem halbtoten Juden am Wegrand geholfen. Und niemals wäre ein Jude bereit gewesen, einen Samaritaner zu lieben wie sich selbst. Niemals hätte ein jüdischer Rabbi mit einer samaritanischen Frau gesprochen, und überhaupt pflegten die Juden bei Ihren Reisen einen großen Bogen um das Land der Samaritaner zu machen.

Im Grunde waren sie zwei Glaubensgemeinschaften, die sich auf die gleiche Schrift berufen, aber in der Praxis unterschiedliche Auslegungen folgen. Soweit ein kleiner Exkurs in die Geschichte. Aber nun wieder zurück zum Jakobsbrunnen. Jesus macht wieder aufmerksam, dass es in seinem Reich anders ist. Und beginnt mit dieser Frau ein Gespräch. Ein Gespräch das zunächst einmal aneinander vorbei führt. Beide reden über das Wasser aber meinen je was anderes. Jesus das (sein) lebendiges Wasser und die Frau H2O. Jesus berührt sie, in dem er in ihr Leben hineinschaut, in ihr Herz schaut und sie zu tiefst in ihrer Sehnsucht anschaut. Überhaupt kann es sein, dass er sie wirklich sieht und dass, das schon lange ihr tiefer Wunsch war gesehen zu werden. Und das genau ihr Durst war. Er führt sie weiter in die Mystik. In das wahre Gebet. Im Geist und in der Wahrheit will der Vater angebetet werden.

Das führt uns wieder in die Nähe der zweiten und dritten Woche. Der Impuls über die Intimität und Identität in uns und ins “Neugeboren Werden” beim Nikodemusgespräch. Das  “Berührtwerden” durch Jesus macht das Wohnen des Vaters und des Sohnes in mir lebendig: es folgen die Worte: … aus meinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen. Bei Nikodemus wird durch das Taufwasser und dem Geist ein “Neugeborenwerden” ermöglicht. Jetzt beim Jakobsbrunnen spricht Jesus: … vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden. Wie schon im Zoommeeting am Montag ausgesprochen, gibt Jesus jeden das was er zum “Lebendigsein” braucht: der Maria Magdalena schenkt er Befreiung, dem Simon schenk er das Fischwunder und die Erfüllung der Sehnsucht nach dem Messias, dem Nikodemus schenkt er spirituelle Erfüllung; dem Matthäus gibt er wahre Begegnung und das Wahrgenommen werden. Und in dieser Begegnung mit der Samariterin gib er ihr seine wahre Identität preis: – ich bin es – Diese Worte, von Gottes Ankunft durch den Messias. Das Eintreffen der Erneuerung der gesamten Schöpfung, wird dieser Frau anvertraut. Jesus hatte gewusst, dass sie am Brunnen sein würde. Er kannte ihren Namen, ihren Schmerz und ihre Not. Wegen ihr war er hergekommen. Seine unermessliche Barmherzigkeit kennt keine Unterschiede. Diese Barmherzigkeit rettet die Verlorenen und erlöst sie: “Doch jeder, der von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird nie mehr durstig werden. Dieses Wasser wird in ihm zu einer sprudelnden Quelle, die in ein nie endenwollendes Leben hinüberfließt (Joh, 4,14)

Bitten wir IHN, uns zu helfen, lebendiges Wasser mehr schätzen zu lernen als körperliche Bedürfnisse.