Impuls 3. Woche Dienstag

Die Heilung eines Mannes am Sabbat:  Mk 3,1–6

1 Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.   2 Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. 3 Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! 4 Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. 5 Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand war wieder gesund. 6 Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen. 

Gedanken zum Text:

Es gibt den gerechten Zorn (und auch den Zorn Gottes). Zorn, wenn wir gegen Anfechtungen, Versuchungen ankämpfen und wenn wir uns schützen (Praktikos 24), dann ist er eine positive Kraft. Der Zorn als Kraft das Gute zu verteidigen oder durchzusetzen, von Menschen zu distanzieren, Grenzen aufzeigen, meine Grenzen zu verteidigen,  sich für andere Schwache einsetzen. 

Jesus zeigt uns diesen gerechten Zorn in dem Text, der Tempelreinigung. Er wirft Tische um.  In Joh 2,15, der Eifer für dein Haus verzehrt mich. Der Zorn ist gegen die Zustände gerichtet und nicht gegen die Menschen, hier liegt die Kraft der Aggression. 

Die andere Geschichte in Mk 3,4: Er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz und sagte Streck deine Hand aus und heilte. Er gibt der Herzenshärte keine Macht. Er lässt sich nicht vorschreiben was er zu tun hat. Und dann, das ist das erstaunliche, hier ist im Zorn gleichzeitig Emphatie. Er fühlt mit den Pharisäern,  besser gesagt, er spürt ihre Herzenshärte. Ihr Gesetzesdenken verhindert oft wirklich zu  leben. Jesus möchte aufzeigen, wie es anders geht. Menschen reagieren anders, sie passen sich an. Die Zuschauer bleiben um zu schauen oder sogar wegzuschauen, um sich die Finger nicht zu verbrennen.

Formen des Zornes: können Groll, Wut und Bitterkeit sein und Hass.

Hier stecken in jeder Form des Zorns – Emotionen – Kraft und Energie die verwandelbar ist. Es geht nicht um Unterdrückung und auch nicht den Zorn auszuleben und raus zu lassen, willkürlich zu entspannen. 

 

Fragen wir den Zorn:

Hast du eine Berechtigung, rebellierst du gegen etwas, was mich selbst oder andere Menschen vom Leben abschneidet? Bist du Teil meines verletzten Egos, das zornig reagiert, weil Wünsche, Erwartungen nicht erfüllt wurden oder werden  alte Wunden berührt?